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Montag, 15. Juni 2009

Rosen ihr blendenden

Rosen,
ihr blendenden,
Balsam versendenden!
Flatternde, schwebende,
Heimlich belebende,
Zweiglein beflügelte,
Knospen entsiegelte,
Eilet zu blühn.

Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe

Sonntag, 24. Mai 2009

Gedicht Sehnsucht


Nur wer die Sehnsucht kennt


Nur wer die Sehnsucht kennt,

Weiß, was ich leide!

Allein und abgetrennt

Von aller Freude,

Seh ich ans Firmament

Nach jener Seite.

Ach, der mich liebt und kennt,

Ist in der Weite.

Es schwindelt mir, es brennt

Mein Eingeweide.

Nur wer die Sehnsucht kennt,

Weiß, was ich leide!


J. W. von Goethe

Dienstag, 19. Mai 2009

ein Lebenszeichen



Johann Wolfgang Goethe 1749-1832


Behandelt die Frauen mit Nachsicht!

Aus krummer Rippe ward sie erschaffen.

Gott konnte sie nicht ganz grade machen.

Willst du sie biegen, sie bricht;

Läßt du sie ruhig, sie wird noch krümmer;

Du guter Adam, was ist denn schlimmer?

-Behandelt die Frauen mit Nachsicht:

Es ist nicht gut, daß euch eine Rippe bricht.





Wusstet ihr das Goethe Moslem war?

Alles Liebe

Özlem

Dienstag, 12. Mai 2009

Trost der Tränen

Trost der Tränen

Wie kommt's, daß du so traurig bist, Da alles froh erscheint?
Man sieht dir's an den Augen an; Gewiß! du hast geweint.
"Und hab' ich einsam auch geweint, So ist's mein eigner Schmerz, Und Tränen fließen gar so süß, Erleichtern mir das Herz."
Die frohen Freunde laden dich: O, komm an unsre Brust!
Und was du auch verloren hast, Vertraure den Verlust.
"Ihr lärmt und rauscht und ahnet nicht, Was mich, den Armen quält.
Ach nein, verloren hab' ich's nicht, So sehr es mir auch fehlt."
So raffe den dich eilig auf, Du bist ein junges Blut.
In deinen Jahren hat man Kraft
Und zum Erwerben Mut.
"Ach, nein, erwerben kann ich's nicht, Es steht mir gar zu fern.
Es weilt so hoch, es blinkt so schön, Wie droben jener Stern."
Die Sterne, die begehrt man nicht, Man freut sich ihrer Pracht,
Und mit Entzücken blickt man auf
In jeder heitern Nacht. "Und mit Entzücken blick' ich auf
So manchen lieben Tag; Verweinen laßt die Nächte mich,
So lang ich weinen mag."

von Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe

Sonntag, 3. Mai 2009

Mai Gedicht

Ich liebe Goethe
Mai
Leichte Silberwolken schweben durch die erst erwärmten Lüfte,
mild, von Schimmer sanft umgeben,
blickt die Sonne durch die Düfte.
Leise wallt und drängt die Welle sich am reichen Ufer hin;
Und wie reingewaschen helle, schwankend hin und her und hin, spiegelt sich das junge Grün.
Still ist Luft und Lüftchen stille; Was bewegt mir das Gezweige?
Schwüle Liebe dieser Fülle, von den Bäumen durchs Gesträuche.
Nun der Blick auf einmal helle, Sieh! der Bübchen Flatterschar, das bewegt und regt so schnelle,
wie der Morgen sie gebar,
Flügelhaft sich Paar und Paar. Fangen an, das Dach zu flechten -Wer bedürfte dieser Hütte? -Und wie Zimmrer, die gerechten, Bank und Tischchen in der Mitte!
Und so bin ich noch verwundert, Sonne sinkt, ich fühl es kaum;
Und nun führen aber hundert mir das Liebchen in den Raum,Tag und Abend, welch ein Traum!